Ein dreister Täuschungsversuch an der Hochschule für Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg hat dafür gesorgt, dass neue Regeln zu Prüfungsaufgaben und Beziehungen von Studierenden und Lehrkräften eingeführt werden. Eine Studentin hatte mit Hilfe ihres Professors versucht, bei einer Prüfung zu schummeln. Als es aufflog, wurden beide suspendiert.
Der Fall im Herbst 2017 sorgte an der Verwaltungshochschule für einiges Aufsehen: Wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtete, hatten sich ein Professor der Steuerfakultät und eine angehende Finanzbeamtin gemeinsam Zugang zu den Aufgaben für die Laufbahnprüfung verschafft. Dafür benutzte der Professor offenbar einen Generalschlüssel, um in einen verschlossenen Raum zu gelangen.Die Studentin sei schließlich nicht nur mit fertiger Lösung in die Prüfung gekommen, sondern habe sogar den passenden Papierbogen ausgefüllt. Der Bogen werde aber für jede Prüfung in anderer Farbe ausgegeben, um Schummeleien zu verhindern. Die Studentin schien das Papier daher direkt aus der Druckerei zu haben – wofür womöglich Geld geflossen ist.Der Täuschungsversuch flog auf, auch wenn der Professor erklärt habe, sich „jederzeit regelkonform verhalten“ zu haben. Nun hat die Angelegenheit für die ganze Hochschule Konsequenzen, wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet. So solle die Sicherheit in der Druckerei erhöht werden, um eine vorzeitige Herausgabe der Prüfungsbögen zu verhindern.Private Beziehungen und NeutralitätSchwerwiegender erscheint jedoch das Verhältnis zwischen dem Professor und der Studentin. „Private Beziehungen zwischen Lehrkräften und Studierenden können und wollen wir nicht untersagen“, sagte ein Sprecher der Verwaltungshochschule der Zeitung. Dies wäre „völlig weltfremd“ und es gäbe dafür auch keine rechtliche Grundlage. Dennoch sollen Compliance-Regeln eingeführt werden.Die private und berufliche Sphäre müsse strikter als vorher voneinander getrennt werden, damit kein Einfluss auf die Bewertung entstehe. Hochschullehrer seien zur Neutralität verpflichtet und dürften einzelne Studierende nicht bevorzugen. Gerade bei Prüfungssituationen müsse schon der Anschein vermieden werden, private Beziehungen hätten einen Einfluss.Im Video: Neue App dokumentiert sexuelle Belästigung – Männer kritisieren “jammernde Frauen”

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